Luftrettung weiterentwickeln – Inselversorgung optimieren

Eine funktionierende Luftrettung ist für die Menschen auf den Inseln und Halligen existenziell. In der Debatte zu TOP 14 Drucksache 19/2783 der Plenarsitzung am 19.05.2021 zur Verbesserung bestehender Einsatzmöglichkeiten von Rettungshubschraubern habe ich folgenden Regebeitrag abgegeben:

Meine Rede im Wortlaut:

Es gilt das gesprochene Wort:

„Mit ihrem Antrag bringen Sie ein Thema zur Debatte, das besonders für die Menschen auf den Inseln und Halligen aber auch sonst existenziell ist. Gegen die inhaltliche Zielrichtung wird wohl niemand in diesem Hause sprechen, zumal wir auch als Küstenkoalition unter der Federführung meiner lieben Kollegin Frau Dr. Bohn schon nachgedacht haben, wie wir die Inselversorgung bei der Rettung optimieren. Viele Menschen verdanken Ihnen ihr Leben. Ich möchte die Gelegenheit nutzen mich bei Ihnen allen, den Einsatzkräften der Luftrettung im Namen aller Abgeordneten des Hauses herzlich zu danken.

Allerdings möchten wir Sozialdemokraten deutlich mehr über dieses wichtige Thema wissen und dafür werden wir uns im Sozialausschuss zusätzlich zum Bericht der Landesregierung bald auch die Zeit nehmen. Wir müssen aber nicht diesen wichtigen Antrag ein weiteres Mal verzögern, um alle Eventualitäten schon vorher in den Blick zu nehmen. Wir können auch selbst die Deutsche Luftrettung einladen, um uns in Eigenbefassung über den Stand der Technik berichten zu lassen.

Worum geht es? Am 05.05.2020 veröffentlichte die Deutsche Luftrettung, kurz DRF im Internet die Hintergrundinformation, dass die Einsatzmöglichkeit von Rettungshubschraubern verlässlicher und wetterunabhängiger werden kann, wenn das Instrumentenflugverfahren Point in Space zum Einsatz käme. Dabei geht es kurz gesagt darum, den Standort eines Hubschraubers im dreidimensionalen Luftraum instrumentengestützt exakt bestimmen zu können, unter Nutzung definierter globaler Navigationssatelliten, wie GPS (USA), Galileo (Europa), Glonass (Russland) oder Beidou (China).

Diese Ergänzung der Navigationstechnik ist innovativ. In Dänemark wird sie seit 2015 angewandt, in Norwegen und der Schweiz seit 2006 bzw. 2011. Ohne Point in Space müssen Rettungshubschrauber am Boden bleiben, wenn sich Wolken in einer Höhe unterhalb 1200 Fuß, ca. 400 Meter, befinden. Mit PinS könnte diese Startgrenze um 50 % gesenkt werden und damit die Einsatzmöglichkeit deutlich verbessert werden. Die DLR Luftrettung plant dafür ein Pilotprojekt in Schleswig-Holstein, und das können wir nur unterstützen. Damit können wir unsere Notfallversorgung deutlich verbessern. Wir sollten aber mehr tun als nur diesen Antrag zu unterstützen und zu warten.

Einen Zeitverzug muss es aber dafür nicht geben, daher werden wir dem Antrag zustimmen, ohne dabei eine mögliche Nachsteuerung aus den Augen zu verlieren. Wichtig ist auch, über die medizinische Versorgung der Inseln und Halligen hinaus, welche notfallmedizinische Versorgung für schnelle Einsätze bei schlechtem Wetter für Hubschrauber bei Unfällen denkbar ist. Möglich sind z.B. Peilungspunkte entlang bestimmter Fernstraßen im Land. Es ist sinnvoll, dass Sie das im Mai 2020 von der DRF Luftrettung weiterentwickelte Konzept, über das diverse Male in den regionalen Medien berichtet wurde, zudem prüfen. Ihr Antrag zur Weiterentwicklung der Luftrettung ist sehr sinnvoll und daher stimmen wir dem zu. Danke für ihre Aufmerksamkeit und ich freue mich auf weitere Beratungen und weitere Informationen im Sozialausschuss.“

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