Krankenhausplanung: Die Weichen für die Versorgung müssen neu ausgerichtet werden

In seiner Sitzung am Mittwoch, 27.10.2021 befasst sich der Landtag Schleswig-Holstein unter Tagesordnungspunkt 24 mit dem Antrag der SPD-Landtagsfraktion, Drucksache 19/3336 – Zukunft der Krankenhausplanung in Schleswig-Holstein.

Hier folgt die Einbringung des Antrages:

Meine Rede im Wortlaut (es gilt das gesprochene Wort):

„Von Zeit zu Zeit müssen wir über die Krankenhausplanung neu nachdenken. Diese Zeit ist genau jetzt. Die Rahmenbedingungen der stationären Versorgung ändern sich laufend, besonders in dieser Corona Pandemie ist das nun deutlich geworden. Zum einen gehen in den letzten zwei Jahren immer weniger Menschen für eine nicht erkennbar dringende Operation in die stationäre Versorgung, zum anderen waren Intensivbetten zeitweise Mangelware und die Versorgung der Covid Erkrankten hoch komplex. Zudem hat sich die technische Ausstattung auch in der ambulanten Versorgung massiv modernisiert. Die Telemedizin schreitet voran und es ist das Gebot der Stunde, dass man nahe seinem Wohnort einen Anspruch auf gute medizinische Versorgung erhebt.

Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist die Krankenhausversorgung immer ein wichtiger Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Umgekehrt haben wir unsere weiter erhöhte Lebenserwartung besonders den Maximalversorgern , die wir mit hohem Aufwand qualifiziert ausgestattet haben, mit ihrer hohen Leistungskraft zu verdanken. Das UKSH zählt aktuell laut Fokus Barometer zu den besten drei Kliniken in Deutschland. Schleswig Holstein steht auf dem Treppchen der Gesundheitsversorgung nicht zuletzt dank der Küstenkoalition. Gerade sind wir nun dabei genauer hinzusehen, wenn die Menschen mit den Füßen abstimmen, Insolvenzen drohen oder schlicht das Fachpersonal fehlt bzw. geht. Einige Krankenhäuser im Land kommen wie gesagt zunehmend in gefährliches Fahrwasser oder müssen erneuert und ausgebaut werden. Es gibt viel Bewegung in der Krankenhauslandsch aft und es müssen in der nächsten Zeit die Weichen für die Versorgung neu ausgerichtet werden. Wir müssen hier sehr genau hinsehen.

Es geht uns nicht um die stationäre Versorgung an sich, nach dem Motto – Hauptsache wir haben ein Krankenhaus vor Ort –, sondern es geht immer mehr um die medizinische Leistung und Sicherheit nahe bei den Menschen.

Meine Damen und Herren, wir wollen alle gesund älter werden, wir wollen den modernen Fortschritt der Medizin nutzen und dies funktioniert immer stärker auch in medizinischen Versorgungszentren auch in ambulanter Form, durch invasive, moderne Technik. So ist es immer mehr möglich, dass heute operiert wird und ich, vielleicht nach einer Nacht der Beobachtung, morgen wieder zu Hause bin.

Mit unserem Antrag wollten wir uns die Versorgung in den Kreisen Stormarn, Pinneberg, Rendsburg-Eckernförde, Ostholstein, Segeberg und die Notfallversorgung im Besonderen überall ansehen. Dem Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Kreis Steinburg sehen wir auch mit großem Interesse entgegen.

Die genannten Regionen waren in den letzten Wochen besonders in der Diskussion und jede Bürgerin, jeden Bürger interessiert sehr, wie die stationäre Versorgung zukünftig gesichert ist. Die SPD hat sich zum Beispiel für den Erhalt beider Standorte der Imland-Klinik eingesetzt. Wie ist ihre Position dazu Herr Ministerpräsident? Wir haben dazu und zu anderen Klinikstandorten in der letzten Zeit die Sichtweise der Landesregierung und die zukünftige Planung vermisst. Daher dieser Berichtsantrag.

Herr Minister, danke für Ihren Bericht und auch für die Beantwortung meiner kleinen Anfrage (Drucksache 19/3333 vom 21.10.2021) . Es ist wichtig, dass wir gemeinsam den Blick weit in die Zukunft richten. Es ist an der Zeit, die Entwicklung der Krankenhauslandschaft, die Weiterentwicklung der Krankenhausplanung und das Mitdenken moderner ambulanter Versorgung zur Überwindung der Sektoren zu nutzen. Ein Krankenhausplan der Zukunft muss die Ausgewogenheit der stationären Versorgung und die Möglichkeiten modernster Technik, Telemedizin, Notfallversorgung schon im Rettungswagen und in jedem Zielkrankenhaus mit der ambulanten Optimierung im Blick haben. Ein Krankenhaus funktioniert nicht ohne Menschen. Wir brauchen modern aufgestellte Krankenhäuser mit guten Arbeitsbedingungen. Nur so haben wir das nötige Fachpersonal. Genügend Zeit und ein Personalbemessungsschlüssel sind wichtige Forderungen von uns.

Ich danke allen Menschen, die sich mit Herzblut für die Gesundheitsversorgung einsetzen und ich danke Ihnen fürs Zuhören.“

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